Online Marketing 2020 – welche Möglichkeiten habe ich?

Online-Werbung als flexible Variante des Marketings

Online-Werbung ist heutzutage aus der Mediaplanung von Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass das Internet als Medium eine sehr kostengünstige Variante im Vergleich zu eher traditionelleren Werbemitteln darstellt. Auch die hohe Bandbreite an Möglichkeiten und die flexiblen Anwendungsmöglichkeiten sprechen für das Internet. Zudem vereinfacht Online-Werbung durch die Generierung von Kennzahlen die Messung und Kontrolle von Reaktionen der Kunden. Es kann außerdem zielgruppenspezifisch angepasst werden, wen die Werbung tatsächlich erreicht und wofür letztendlich das Budget verwendet wird. Durch den starken Zuwachs in der Nutzung digitaler Geräte steigt auch die Beliebtheit der Online-Werbung. Deswegen ist die mobile Responsivität von Websites mittlerweile unerlässlich.

 

Die eigene Website als Ausgangspunkt für Online-Werbung

Die Homepage wird auch als Visitenkarte des Unternehmens bezeichnet. Hier wird das Produkt- und Dienstleistungsportfolio präsentiert. Die meisten Online-Aktivitäten sollen den potenziellen Kunden auf etwas weiterleiten. Hierfür bietet sich natürlich die Website am ehesten dann, da dort das Leistungsportfolio bereits definiert wurde. 

Wichtig hierbei:

  • Corporate Design
  • Ansprechende und informative Texte
  • Regelmäßiges Bespielen mit Content (Aktionen, Informationen, Events, Angebote)
  • Übersichtlicher Aufbau

 

Nutzung von Social Media Marketing

Als Social Media Marketing wird der Bereich des Marketings bezeichnet, der sich auf die sozialen Medien bezieht. Auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram, Twitter, YouTube, Xing, LinkedIn, Google+ etc. können Unternehmen entweder selbst Beiträge erstellen und teilen, um so aus Usern Kunden zu generieren oder sie schalten hierfür kostenpflichtige Anzeigen. Unternehmen können so auch regelmäßig mit den Kunden in Kontakt treten und die Beziehung pflegen.

Vorteile:

  • Exakte Steuerung und Zuschnitt auf individuelle Bedürfnisse an Zielgruppe
  • Weiterverbreitung der Inhalte durch Follower
  • Mehr Aufmerksamkeit und Bekanntheit für das Unternehmen. Hierdurch auch mehr Umsatz
  • Interaktionsmöglichkeit mit Kunden

Nachteile:

  • Hoher Arbeitsaufwand, um Social Media-Kanäle regelmäßig zu bespielen
  • Kennenlernen der Zielgruppe erfordert viel Zeit

 

Influencer-Marketing gewinnt an Bedeutung

Im Zusammenhang mit Social-Media-Marketing lässt sich das Influencer-Marketing nicht mehr übersehen. Der Influencer wird von einem Unternehmen beauftragt, in seinen Beiträgen Informationen, Bilder oder Produkttests über ein Produkt bzw. eine Marke zu veröffentlichen. Diese werden dann von den Followern des Influencers wahrgenommen.

Vorteile:

  • Influencer stellen eine Überbrückung zwischen Unternehmen und Kunde dar. Unternehmen können so anders vom Endverbraucher wahrgenommen werden.
  • Hohe Reichweitenstärke durch hohe Followerzahl
  • Zielgenaue Ansprache der Nutzer, da sich Influencer auf bestimmte Bereiche konzentrieren und dort interessante Follower haben
  • Einfach messbarer Erfolg durch Kommentar- und Like-Funktionen

Nachteile: 

  • Eine falsche Auswahl des Influencers kann bedeuten, dass die Botschaft des Unternehmens oder des Produkts nicht an die richtige Zielgruppe gerät
  •  Gute Influencer können teuer sein. Da die Popularität von Influencern steigt, entwickeln viele hieraus ein richtiges Geschäftsmodell und kennen ihren Wert
  • Im Falle einer negativen Zusammenarbeit kann sich die Meinung des Influencers und somit auch seiner Gefolgschaft ändern. Die veränderten Ansichten können sich negativ auf das Image des Unternehmens auswirken. Skandale im Umfeld des Influencers haben eine ähnliche Auswirkung

 

E-Mail-Marketing als Instrument der Kundenbindung und Personalisierung

E-Mail-Marketing besteht aus dem Angebot an (potenzielle) Kunden, sich für einen E-Mail-Newsletter einzutragen. Inhalte dieses Newsletters können neue Angebote, Informationen oder sonstige interessante Inhalte über das Unternehmen und dessen Produkte sein. Durch die Regelmäßigkeit des Newsletters wird die Kundenbindung gestärkt und durch die Möglichkeit der individualisierten Ansprache wird E-Mail-Marketing als eine der persönlichsten Werbemöglichkeiten bezeichnet.

Vorteile: 

  • Der (potenzielle) Kunde muss sich aktiv für den Newsletter anmelden. Durch diese Zustimmung ist er in der Regel auch an den Angeboten und dem Produkt- bzw. Dienstleistungssortiment des Unternehmens interessiert
  • Jeder Empfänger kann mit seinem Namen angesprochen werden, was den persönlichen Kontakt zwischen Unternehmen und Kunde stärkt
  • Erfolgsmessungen sind durch Tracking der Anzahl an geöffneten E-Mails garantiert. So kann die Zielgruppe auch genauer selektiert werden
  • Der Kunde kann mit dem Unternehmen durch Feedbacks oder Antworten auf einen Newsletter interagieren und neue Denkanstöße antreiben

Nachteile: 

  • Gefahr veralteter E-Mail-Adressen: es ist also stetige Aktualisierung und Pflege nötig
  • Newsletter-Mails werden bei zu häufiger Frequenz und nicht wertigen Inhalten oft als störend und nervig wahrgenommen
  • Hoher Arbeitsaufwand, um regelmäßig Inhalt zu generieren

 

Bannerwerbung – der Klassiker

Bei der Bannerwerbung kauft ein Unternehmen digitale Werbefläche auf einer anderen Internetseite. Banner sind also das digitale Äquivalent zu Printanzeigen. Diese Werbefläche kann individuell mit statischen oder dynamischen Bannern gefüllt werden und führt beim Klick darauf auf die jeweilige Website des Werbenden. Statische Banner bestehen meist ausschließlich aus Bildern und Text und dynamische Banner benutzen oft Videos, bewegte Bilder und Animationsdateien.

Vorteile: 

  • Bannerwerbung lässt sich zielgruppenspezifisch schalten: sie ist also vor allem auf reichweitenstarken Themen-, Branchen- und Fachportalen sinnvoll
  •  Werbebanner fördern die Interaktion mit dem Kunden
  • Viele Gestaltungsmöglichkeiten, die möglicherweise mehr Aufmerksamkeit erzeugen als klassische Printanzeigen
  • Flexible Abrechnungsmodelle je nach Bedarf

Nachteile: 

  • Banner benötigen oft große Reichweiten, um im Unternehmen eine Umsatzsteigerung zu erzielen
  • Bannerwerbung wird oft als lästig empfunden: User blenden die Banner dann unbewusst aus und nehmen sie nicht wahr. Viele benutzen auch von vorneherein Ad-Blocker, sodass Banner gar nicht erst angezeigt werden können
  • Erfolgsmessungsmethoden wie der Tausender-Kontakt-Preis sind oft ungenau, da zwischen gewollten und unbeabsichtigten Klicks nicht unterschieden werden kann

 

Werbung in Branchennewslettern als Mix aus E-Mail-Marketing & Bannerwerbung

Neben dem Weg, einen Newsletter rein über das eigene Unternehmen zu verschicken, gibt es die Möglichkeit, Werbeplätze in fremden Newslettern zu buchen. Man entscheidet sich also für einen Newsletter einer Branche mit einer speziellen Zielgruppe, schaltet eine Anzeige in diesem und verlinkt diese zu eigenem Content wie z.B. einer Landingpage oder einem Video. Oft erinnern diese Anzeigen an Bannerwerbung (s.o.), aber auch andere Formate wie eine Kombination aus Bild und Text sind beliebt.

Vorteile: 

  • Bequeme und schnelle Möglichkeit, um echte Resultate per E-Mail-Marketing zu erzielen
  • Geringer Arbeitsaufwand, da kein Aufbau oder Pflege eines eigenen E-Mail-Verteilers notwendig ist
  • Möglichkeit eines „Standalone“-Newsletters: ausschließlich das eigene Unternehmen findet in dem Newsletter Platz und der Leser wird nicht mit zu vielen verschiedenen Angeboten überhäuft

Nachteile: 

  • Der Kauf von Werbeplätzen in fremden Newslettern kostet Geld
  • Es ist oft schwierig, den passenden Branchennewsletter zum eigenen Produkt zu finden
  • Die Anzahl der Werbeplätze ist meistens auf wenige begrenzt

  

Suchmaschinenmarketing (SEM = SEO + SEA)

Das Suchmaschinenmarketing (SEM = Search Engine Marketing) ist ein Oberbegriff und umfasst zwei Ausprägungen:

1.       Suchmaschinenoptimierung (SEO = Search Engine Optimization)

2.       Suchmaschinenwerbung (SEA = Search Engine Advertising)

 

Zu 1.:

Unter Suchmaschinenoptimierung werden die Maßnahmen verstanden, mit welchen das Ranking der organischen (= unbezahlte) Suchergebnisse verbessert werden kann. SEO-Maßnahmen erfordern Geduld und sind ein fortwährender Prozess. Man unterscheidet hierbei zwischen On Page- und Off Page-Optimierung:

On Page-Optimierung beinhaltet die für Suchmaschinen sinnvolle Strukturierung von Inhalten und Links auf der eigenen Website. Off Page-Optimierung kümmert sich um die Reputation der Website durch qualitative Verlinkungen in z.B. Blogs, Social Media und Foren.

Vorteile von SEO: 

  • User klicken deutlich öfter auf organische als auf bezahlte Suchergebnisse
  • Nachhaltige Wirkung von Besucherzahl, -treue und Umsatz
  • Zuerst hohe Kosten, diese relativieren sich allerdings im Laufe der Zeit

Nachteile von SEO: 

  • Hoher Zeitaufwand, viel Geduld erforderlich
  • Nicht kalkulierbare Ausgaben im Voraus
  • Erfolge treten nicht sofort, sondern erst nach einem längerfristigen Zeitraum auf, je nachdem wie intensiv die Maßnahmen umgesetzt wurden

Zu 2.:

Bei Suchmaschinenwerbung (SEA) werden Werbeplätze in der Suchmaschine verkauft, die als Anzeige markiert werden. Das erzielte Ranking der Anzeige variiert je nach eingesetztem Marketingbudget, Qualität der Keywords oder dem Wettbewerb. 

Vorteile von SEA: 

  • Exakte Messbarkeit von Einnahmen und Ausgaben pro Lead
  • Mittel zur Umsatzsteigerung, da Besucher zielgenau durch ein Angebot oder eine Leistung auf die Website gelockt werden

Nachteile von SEA: 

  • User klicken als Anzeige gekennzeichnete Websites seltener als organische Suchergebnisse
  • Viele Wettbewerber treiben den Preis in die Höhe
  • Bezahlung erfolgt Pay per Click (PPC): Werbende bezahlen für jeden Klick der Anzeige

  

Quellen:

https://blog.hilker-consulting.de/influencer-marketing-die-vor-und-nachteile-in-der-praxis

https://lead-motor.com/e-mail-marketing-mit-seinen-vor-und-nachteilen/

https://www.greven.de/blog/website-webshop/bannerwerbung

https://web-schreibfeder.de/seo-sea-unterschiede-vorteile-und-synergieeffekte

https://www.hanseranking.de/vorteile-nachteile-social-media-marketing.html

https://www.selbststaendig.de/wissen/werbung-im-internet

https://www.lexware.de/artikel/online-werbung-welche-moeglichkeiten-habe-ich/

 

 

Ist Online-Werbung das Allheilmittel für 2015?

Wie können Firmen heute effektiv werben? Fünf Fragen zu den aktuellen Werbe-Trends an den Werbe-Spezialisten Dirk Gieschen

Online-Werbung mit Internet-Bannern, einer Facebook-Präsenz und Youtube-Videos ist in aller Munde. Ist sie das Allheimittel für die Werbung? 

Gieschen: Die Online-Werbung ist auf jeden Fall spannend und bietet sehr interessante Möglichkeiten. Beinahe jeder surft heute im Internet und immer mehr Leute tun dies per Smartphone auch unterwegs. Jüngere Zielgruppen erreicht man teilweise nur noch auf diesem Weg. Aber für die Werbeaktivitäten als Ganzes wäre es ein großer Fehler, allein auf die Online-Werbung zu setzen Vielmehr wachsen heute die Anzeigen-Werbung in Zeitungen, gedruckte Prospekte, Außenwerbung und die Werbung im Internet immer weiter zusammen.

Was meinen Sie mit „zusammenwachsen“ konkret?
Gieschen: In guten  Anzeigen finden Sie heute selbstverständlich die Internet-Adresse der Firma. Das ist ein absolutes „Muss“. Immer häufiger gibt es eigene Webseiten für das beworbene Produkt, sogenannte „landingpages“. Dort findet man dann ausführlichere Informationen zum Produkt und vielleicht auch ein Youtube-Video. Und immer mehr Firmen stellen den hilfreichen QR-Code in die Anzeige.

Welchen Nutzen bietet der QR-Code?
Gieschen: Damit machen Sie es dem Leser ganz einfach, weitere Informationen im Internet aufzurufen. Denn hinter dem schwarzen Quadrat verbirgt sich ein Internet-Link, den das Smartphone beim Einlesen automatisch aufruft. Das kann die Startseite des Internet-Auftritts der Firma oder eben die Landingpage für das neue Produkt sein. So bieten Sie dem Anzeigen-Leser den direkten Zugriff auf ausführliche Informationen: Der Link kann auf eine ganz bestimmte Seite führen, beispielsweise direkt zum Praxisvideo, in dem das Produkt im Einsatz gezeigt wird.

Werbung per Facebook und Youtube wird als besonders kostengünstig hingestellt. Ist das so?
Gieschen: Youtube-Videos und Facebook-Aktivitäten bringen nur dann etwas, wenn die Zielgruppe sie auch wahrnimmt, nutzt und im Idealfall sogar weitergibt. Gute Aktivitäten kosten auf jeden Fall Zeit, um interessante Ideen in lesbare Beiträge umzusetzen. Ein guter Video-Clip für Youtube entsteht ebenfalls nicht „nebenbei“ mit dem Smartphone. Dafür ist zunächst Vorarbeit erforderlich, damit vor Ort dann die richtigen Dinge optimal gefilmt werden. Nachher ist ein guter Schnitt gefordert, um einen attraktiven Film als Endergebnis zu bekommen. Umsonst ist das nicht, auch für diese Online-Werbung muss man Geld einsetzen. Aber es lohnt sich.

Wo findet sich in diesem Zusammenspiel der Werbung die klassische Zeitungsanzeige wieder?
Gieschen: Mit der Zeitungsanzeige holen Sie den Leser „zu Hause“ ab – am Frühstückstisch. Das funktioniert, weil Sie wissen, dass die Zielgruppe die Zeitung liest. Bei den Alternativen ist das längst nicht so sicher: Beinahe alle anderen Medien leiden heute unter einer Inflation der Angebote: Fernsehsender gab es früher drei, heute gibt es hunderte. Radiosender gab es früher eine Handvoll, heute gibt es für jede Altersstufe eine breite Auswahl. Und im Internet gib es Millionen verschiedener Werbe-Angebote. Entscheidend ist, dass Werbung von der Zielgruppe gesehen werden kann, weil das betreffende Medium intensiv genutzt wird. Und für diese Aufgabe sind Zeitungen und Zeitschriften weiterhin gut aufgestellt.